Archiv für den Monat: März 2015

Vortrag “ Einführung in OpenStreetMap“ zum herunterladen

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Der OpenStreetMap-Vortrag, der bei der Jahreshauptversammlung des DJH Ortsverbandes Bremen am 23.3.2015 gehalten wurde, kann hier herunterladen werden. Natürlich sind auch alle, die den Vortrag nicht live verfolgt haben, eingeladen, einmal einen Blick hineinzuwerfen.

Der Vortrag ist unter einer CreativeCommons-Lizenz veröffentlicht und darf gerne als Vorlage für abgewandelte OSM-Einführungsvorträge verwendet werden.

Vortrag „Einführung in OpenStreetMap“ V1.0 Format: OpenDocumentPresentation (ODP) 44MB

Vortrag „Einführung in OpenStreetMap“ V1.0 Format: PortableDocumentFormat (PDF) 15,5MB

Vortrag: Einführung in die OSM

Am Montag den 23.3.2015 um 19:00 wird Martin Feuersänger in der Jugendherberge Bremen im Rahmen der Jahreshauptversammlung des OV Bremen der DJH einen Vortrag zur Einführung in die OpenStreetMap halten. Voraussichtlich wird der Vortrag 45 Minuten dauern. Die Jahreshauptversammlung ist öffentlich, Mitglieder des OV Bremen, aber auch Gäste sind herzlich willkommen!

Wenn du wissen möchtest was und wer hinter der freien Weltkarte steckt, welche spannenden Anwendungen es gibt und wie du selber beitragen kannst, dann solltest du diesen Vortrag nicht verpassen!

IMHO: POI-Namen sind selten Gebäudenamen

In den Anfangszeiten der OSM gab es noch sehr wenige Möglichkeiten Points of Interest (POI) zu erfassen. Es fehlten dazu schlicht die Tags. Inzwischen hat die Community viele Vorschläge dazu, wie man einen POI in die OSM eingeben kann. Auf das taggen an Gebäudewege oder Landnutzungsflächen kann in den meisten Fällen verzichtet werden.

Seitdem die Karte auf osm.org CartoCSS stylesheets verwendet, wurde neben vielem anderen auch das Rendering von POIs wesentlich verbessert. Wenn man sich die Standard-Karte auf osm.org anschaut, kann man nun z. B. einen rosa Punkt auf der Karte ablesen, wenn dort ein Objekt als shop=* getaggt wurde und somit ein POI ist. Das hat auch den Vorteil, dass Mapper dazu ermutigt werden, einen neuen Tag zu benutzen, statt einen Tag zu benutzen, der eigentlich nicht zum POI passt oder sogar Gebäude aufteilen, damit der gewünschte POI auf der Karte zu sehen ist.

Hier hat ein Mapper den Namen einer Fahrschule zusammen mit dem Gebäude gemappt.

Hier hat ein Mapper den Namen einer Fahrschule zusammen mit dem Gebäude gemappt. Quelle: OSM

In der Vergangenheit war das Taggen an einen Gebäude- oder Landnutzungsweg oft die einzige Möglichkeit, einen POI zu erfassen und in der Karte „sichtbar“ zu machen. (In Proposals wie dem zu amenity=driving_school wird sogar empfohlen diesen Tag zusammen mit building=* zu benutzen.) Weil die Community darüber hinaus nicht für jeden Fall Alternativen anbot, war diese Methode neben dem Taggen des name-Tags an einen Knoten ohne weitere Tags möglicherweise sogar am häufigsten verwendet. Letztere Lösung hatte aber den Nachteil, dass sie eben nicht gerendert wurde und keine Informationen über die Art des POI gab. Denn ob ein Objekt eine Ortschaft, ein Geschäft, ein Büro oder ein Gebäude ist, kann man so nicht aus der Datenbank heraus filtern. Der Nachteil des Taggens eines POI-Namen an einen building-Weg oder einen landuse-Weg ist aber auch, dass jeder Renderer, der Gebäudenamen (von wichtigen öffentlichen Gebäuden) oder Namen von Ortschaften (welche am landuse-Weg erfasst sind) auch andere POI rendern muss, ohne dass das beabsichtigt ist. Es gibt in Einzelfällen durchaus Gründe dafür, einen Ortsnamen am landuse-Polygon zu erfassen. Damit deutet man möglicherweise auch an, dass man nur ungenaue Aussagen über eine bestehende Grenze machen kann, sie aber dennoch erfassen möchte. Öffentliche oder historische Gebäude haben häufig Namen, die nur dem Gebäude und keinem POI zugeordnet werden können. Manchmal überschneidet sich die Namensnutzung aber auch.

Das "Haus der Sparkasse" (links unten) ist der Gebäudename, aber nicht der name der Bank. Rosa Punkte markieren einen POI, der als shop=* in der Datenbank getaggt ist.

Das „Haus der Stadtsparkasse“ (links unten) ist der Gebäudename, aber nicht der name der Bank. Rosa Punkte markieren einen POI, der als shop=* in der Datenbank getaggt ist. Quelle: OSM

Durch neue Taggingvorschläge wie craft=*, shop=* und office=* wurden den Mappern also wichtige Ratschläge gegeben, die Datenbank besser nutzen zu können und mehr POI Informationen systematisch zu taggen. Denn schließlich wandern diese Vorschläge in die Tagging-Vorlagen der Editoren und erreichen so auch Mapper, die wenig mit dem Wiki am Hut haben.

Entsprechend großen Einfluss haben die Editoren auf die Nutzung von Tags. Ist ein Tag von einem bestimmten Editor nicht unterstützt, kann es sein, dass ein Mapper einen falschen Tag für ein Objekt benutzt. Für erfahrene Mapper ist so ein Fehler ohne angegebene oder vorhandene Website oft nicht nachvollziehbar und bleibt deshalb erst einmal falsch getaggt. Inzwischen scheint es für alles Tags zu geben. Gerade Editoren wie iD oder Rosemary (wheelmap.org) hinken allerdings in der Umsetzung hinterher, obwohl sie doch hauptsächlich von Beitragenden benutzt werden, die häufig das Wiki nicht kennen oder diesen sogar nicht einmal bewusst ist, dass sie zur OSM beitragen. Mapper die sich Änderungssätze einer Gegend gelegentlich anschauen, sollten also am besten auch ein Auge darauf werfen, welcher Editor benutzt wurde.

Es gibt heute also aus meiner Sicht das Problem, dass man zum einen eine große Menge alter Beiträge hat, die schlecht oder unbenutzbar getaggt ist und zum Anderen das Problem, dass weiterhin neue Objekte dieser Art hinzukommen. Letzteres Problem könnte man minimieren, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass man entsprechende Editoren „aufbläht“ in dem man Beitragende zwischen einer noch größeren Anzahl von Objekten entscheiden lässt. Wer die OSM pflegen möchte, wird also sich solche Beiträge genauer anschauen und gegebenenfalls korrigieren oder Anmerkungen mit einem fixme=* machen müssen.

Wie kann man mit den alten Daten umgehen, die an den Gebäudeweg getaggt sind?

Grundsätzlich sollte man sich natürlich am besten in der Gegend und mit dem POI ein wenig auskennen. Denn sonst ist die Gefahr, dass man Information verliert recht groß. Schließlich könnte ein Gebäude-Weg, an dem ein Firmenname getaggt ist schlicht heißen, dass das gesamte Gebäude nur von diesem Unternehmen genutzt wird. In diesem Fall kommt es sehr auf die übrige Situation an, wie man diesen POI am besten (um)mappen kann. In den meisten anderen Fällen bietet es sich an, den POI an einem neu hinzugefügten Knoten zu erfassen und falls man es etwas genauer weiß, den POI mit einer Fläche erfassen. Wenn diese fehlerhaft ist, kann man immer noch darauf hoffen, dass ein anderer Mapper diese korrigiert (in diesem Fall ein fixme nicht vergessen).

Mappt man eine neue Fläche, gibt es häufig deckungsgleiche landuse-Flächen. Diese haben zwar den Nachteil, dass ein Mapper sich recht gut mit einem Editor auskennen muss um sie zu finden oder bearbeiten zu können, sind aber ansonsten aus meiner Sicht eine akzeptable Lösung – aber problematisch. Alternative Lösungen wären die Nutzung eines Knotens oder einer Fläche, die nicht mit anderen deckungsgleich ist.

POI wie Bäckereien nutzen Gebäude häufig nicht allein, denn obere Etagen werden häufig als Wohnraum genutzt. Daher bietet es sich auch an, auf eine Fläche zu verzichten, die das Treppenhaus vom POI ausspart und lediglich einen Knoten zu nutzen.

Aber es gibt natürlich noch wesentlich mehr Probleme, die im Allgemeinen beim erfassen von POI auftreten können. (Über mehr davon würde ich mich natürlich auch in den Kommentaren freuen.)