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IMHO: POI-Namen sind selten Gebäudenamen

In den Anfangszeiten der OSM gab es noch sehr wenige Möglichkeiten Points of Interest (POI) zu erfassen. Es fehlten dazu schlicht die Tags. Inzwischen hat die Community viele Vorschläge dazu, wie man einen POI in die OSM eingeben kann. Auf das taggen an Gebäudewege oder Landnutzungsflächen kann in den meisten Fällen verzichtet werden.

Seitdem die Karte auf osm.org CartoCSS stylesheets verwendet, wurde neben vielem anderen auch das Rendering von POIs wesentlich verbessert. Wenn man sich die Standard-Karte auf osm.org anschaut, kann man nun z. B. einen rosa Punkt auf der Karte ablesen, wenn dort ein Objekt als shop=* getaggt wurde und somit ein POI ist. Das hat auch den Vorteil, dass Mapper dazu ermutigt werden, einen neuen Tag zu benutzen, statt einen Tag zu benutzen, der eigentlich nicht zum POI passt oder sogar Gebäude aufteilen, damit der gewünschte POI auf der Karte zu sehen ist.

Hier hat ein Mapper den Namen einer Fahrschule zusammen mit dem Gebäude gemappt.

Hier hat ein Mapper den Namen einer Fahrschule zusammen mit dem Gebäude gemappt. Quelle: OSM

In der Vergangenheit war das Taggen an einen Gebäude- oder Landnutzungsweg oft die einzige Möglichkeit, einen POI zu erfassen und in der Karte „sichtbar“ zu machen. (In Proposals wie dem zu amenity=driving_school wird sogar empfohlen diesen Tag zusammen mit building=* zu benutzen.) Weil die Community darüber hinaus nicht für jeden Fall Alternativen anbot, war diese Methode neben dem Taggen des name-Tags an einen Knoten ohne weitere Tags möglicherweise sogar am häufigsten verwendet. Letztere Lösung hatte aber den Nachteil, dass sie eben nicht gerendert wurde und keine Informationen über die Art des POI gab. Denn ob ein Objekt eine Ortschaft, ein Geschäft, ein Büro oder ein Gebäude ist, kann man so nicht aus der Datenbank heraus filtern. Der Nachteil des Taggens eines POI-Namen an einen building-Weg oder einen landuse-Weg ist aber auch, dass jeder Renderer, der Gebäudenamen (von wichtigen öffentlichen Gebäuden) oder Namen von Ortschaften (welche am landuse-Weg erfasst sind) auch andere POI rendern muss, ohne dass das beabsichtigt ist. Es gibt in Einzelfällen durchaus Gründe dafür, einen Ortsnamen am landuse-Polygon zu erfassen. Damit deutet man möglicherweise auch an, dass man nur ungenaue Aussagen über eine bestehende Grenze machen kann, sie aber dennoch erfassen möchte. Öffentliche oder historische Gebäude haben häufig Namen, die nur dem Gebäude und keinem POI zugeordnet werden können. Manchmal überschneidet sich die Namensnutzung aber auch.

Das "Haus der Sparkasse" (links unten) ist der Gebäudename, aber nicht der name der Bank. Rosa Punkte markieren einen POI, der als shop=* in der Datenbank getaggt ist.

Das „Haus der Stadtsparkasse“ (links unten) ist der Gebäudename, aber nicht der name der Bank. Rosa Punkte markieren einen POI, der als shop=* in der Datenbank getaggt ist. Quelle: OSM

Durch neue Taggingvorschläge wie craft=*, shop=* und office=* wurden den Mappern also wichtige Ratschläge gegeben, die Datenbank besser nutzen zu können und mehr POI Informationen systematisch zu taggen. Denn schließlich wandern diese Vorschläge in die Tagging-Vorlagen der Editoren und erreichen so auch Mapper, die wenig mit dem Wiki am Hut haben.

Entsprechend großen Einfluss haben die Editoren auf die Nutzung von Tags. Ist ein Tag von einem bestimmten Editor nicht unterstützt, kann es sein, dass ein Mapper einen falschen Tag für ein Objekt benutzt. Für erfahrene Mapper ist so ein Fehler ohne angegebene oder vorhandene Website oft nicht nachvollziehbar und bleibt deshalb erst einmal falsch getaggt. Inzwischen scheint es für alles Tags zu geben. Gerade Editoren wie iD oder Rosemary (wheelmap.org) hinken allerdings in der Umsetzung hinterher, obwohl sie doch hauptsächlich von Beitragenden benutzt werden, die häufig das Wiki nicht kennen oder diesen sogar nicht einmal bewusst ist, dass sie zur OSM beitragen. Mapper die sich Änderungssätze einer Gegend gelegentlich anschauen, sollten also am besten auch ein Auge darauf werfen, welcher Editor benutzt wurde.

Es gibt heute also aus meiner Sicht das Problem, dass man zum einen eine große Menge alter Beiträge hat, die schlecht oder unbenutzbar getaggt ist und zum Anderen das Problem, dass weiterhin neue Objekte dieser Art hinzukommen. Letzteres Problem könnte man minimieren, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass man entsprechende Editoren „aufbläht“ in dem man Beitragende zwischen einer noch größeren Anzahl von Objekten entscheiden lässt. Wer die OSM pflegen möchte, wird also sich solche Beiträge genauer anschauen und gegebenenfalls korrigieren oder Anmerkungen mit einem fixme=* machen müssen.

Wie kann man mit den alten Daten umgehen, die an den Gebäudeweg getaggt sind?

Grundsätzlich sollte man sich natürlich am besten in der Gegend und mit dem POI ein wenig auskennen. Denn sonst ist die Gefahr, dass man Information verliert recht groß. Schließlich könnte ein Gebäude-Weg, an dem ein Firmenname getaggt ist schlicht heißen, dass das gesamte Gebäude nur von diesem Unternehmen genutzt wird. In diesem Fall kommt es sehr auf die übrige Situation an, wie man diesen POI am besten (um)mappen kann. In den meisten anderen Fällen bietet es sich an, den POI an einem neu hinzugefügten Knoten zu erfassen und falls man es etwas genauer weiß, den POI mit einer Fläche erfassen. Wenn diese fehlerhaft ist, kann man immer noch darauf hoffen, dass ein anderer Mapper diese korrigiert (in diesem Fall ein fixme nicht vergessen).

Mappt man eine neue Fläche, gibt es häufig deckungsgleiche landuse-Flächen. Diese haben zwar den Nachteil, dass ein Mapper sich recht gut mit einem Editor auskennen muss um sie zu finden oder bearbeiten zu können, sind aber ansonsten aus meiner Sicht eine akzeptable Lösung – aber problematisch. Alternative Lösungen wären die Nutzung eines Knotens oder einer Fläche, die nicht mit anderen deckungsgleich ist.

POI wie Bäckereien nutzen Gebäude häufig nicht allein, denn obere Etagen werden häufig als Wohnraum genutzt. Daher bietet es sich auch an, auf eine Fläche zu verzichten, die das Treppenhaus vom POI ausspart und lediglich einen Knoten zu nutzen.

Aber es gibt natürlich noch wesentlich mehr Probleme, die im Allgemeinen beim erfassen von POI auftreten können. (Über mehr davon würde ich mich natürlich auch in den Kommentaren freuen.)

Mappt mehr Öffnungszeiten!

Sonntag abends ist (fast) alles zu.

Sonntag abends ist (fast) alles zu.

Wenn ich mal nicht mappe oder mit den OSM Daten spiele, sondern einfach nur Informationen aus den OSM Daten ziehen will, dann tue ich das meist, um folgendes herauszufinden:

  • Wo sich eine Adresse befindet
  • Wie ich auf dem kürzesten Weg von A nach B komme
  • Wo sich ein Geschäft befindet und ob es geöffnet hat

Für die ersten beiden Punkte kann man auch andere Map Services benutzen. Wenn es allerdings um das die Öffnungszeiten von Geschäften und anderen Einrichtungen geht, hat OSM hier die Nase vorn. Weiterlesen

Was sollte man zur Mappingparty mitbringen?

Bild von flickr, HerrBerta cc-by

Bild von flickr, HerrBerta cc-by

Am Sonntag ist es soweit und die Mappingparty beginnt um 10 Uhr 30 in den Räumen des Hackerspace Bremen e.V.

Doch was sollte man vorher zu Hause einpacken, um gut gerüstet zu sein?

In der Ankündigung der Party hier auf dieser Seite wird ja schon kurz aufgeführt, was praktisch wäre, im Gepäck zu haben. Da sind Smartphone, GPS, Laptop, Kamera, Fahrrad, Monatskarte und Bleistift genannt.

Nun wollen wir noch einmal gucken, wozu wir diese Dinge einsetzen werden. Weiterlesen

Warum wollen wir Hausnummern erfassen?

Hausnummern sind die Namen der Häuser und Türen. In einer Digitalen Landkarte, die nicht nur wie in einer ausgedruckten Faltkarte die üblichen Straßen und Flüsse enthält, sondern auch Kneipen, Geschäfte, Ärzte, Versicherungsbüros, Handwerksbetriebe – also einfach alles – geht es wesentlich tiefer ins Detail. Die Rollen der Hausnummern für ein Gebäude verschiebt sich in gewisser Weise in Richtung der Rolle eines Straßennamens für eine Straße.

(c) Faldrian www.jenseitsderfenster.de CC-BY-SA

(c) Faldrian www.jenseitsderfenster.de CC-BY-SA

Aber es ist natürlich auch klar, dass man Hausnummern zur Navigation braucht. Möchte man zum Beispiel zum Osterdeich 101 in unserer Stadt, dann wird man vermutlich mehrere hundert Meter aufmerksam nach der Hausnummer Ausschau halten und irgendwo auf Höhe des Weserstadions fündig.

Geht man einen Schritt weiter, zum barrierefreien Navigieren, stößt man nicht zuletzt auf Treppen, Fahrstühle, Rampen und was noch alles so dazu gehört. Welches Haus nun nur über eine Treppe erreichbar ist oder am Hintereingang noch eine Rampe hat, schließt sich direkt an die Identifizierung des Hauses und das geschieht über die Straße in der das Haus steht und eben die Hausnummer.

Auch Steve Coast, der Gründer des OpenStreetMap Projektes, hat in einem Blogartikel darauf hingewiesen, das diese Identifizierung bei OSM noch im Argen liegt.

Im Moment gelingt es mit OpenStreetMap Daten eben meistens nicht, aus einem Straßennamen und einer Hausnummer eine Ortsposition zu ermitteln – ganz einfach weil noch viele Hausnummern nicht erfasst sind. Das wollen wir für Bremen verbessern und hoffen, auf der Mappingparty im September möglichst viele Hausnummern einzusammeln.

Was ist OpenStreetMap?

Logo OSMOpenStreetMap ist ein im Jahre 2004 gegründetes Projekt mit dem Ziel, eine freie Weltkarte zu erschaffen. Wir sammeln weltweit Daten über Straßen, Eisenbahnen, Flüsse, Wälder, Häuser und alles andere, was gemeinhin auf Karten zu sehen ist. Weil wir die Daten selbst erheben und nicht aus existierenden Karten abmalen, haben wir selbst auch alle Rechte daran. Die OpenStreetMap-Daten darf jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten.